Sonntag, 29. Dezember 2013

Cecil Arthur Lewis 1898-1997

 Cecil Lewis wurde in den 40ger Jahren in London Schüler von J.G. Bennett. Nach Gurdjieffs Tod war er langjähriger Schüler von Henriette Lannes und Jeanne de Salzmann. Mehr als 50 Jahre seines Lebens widmete er dem Studium von Gurdjieffs Ideen und der Gurdjieff Arbeit. In seiner Biographie widmet er Gurdjieff und seinen Ideen das gesamte letzte Drittel seines Buches, was die Wichtigkeit dieses Themas für sein Leben unterstreicht. Lewis selbst war auch ein sehr bemerkenswerter Mann, ein Kriegsheld, Mitbegründer der BBC, Oscarpreisträger, Journalist, Abenteurer und Schriftsteller. Er lebte unter anderem in England, China, Griechenland, Italien, Südafrika und den USA. Wie viele andere Gurdjieff Anhänger erreichte er mit 99 Jahren ein hohes Alter. Mehrere seiner Bücher sind von Gurdjieffs Ideen beeinflusst.

A Way to Be (1977)
A Wish to Be (1994)
All my Yesterdays (1993)
The Gospel according to Judas (1989)
A New Reality. Five Conversations about Gurdjieff (1983)

die Erde in Quarantäne

 Machen wir einen kleinen Abstecher und richten die Aufmerksamkeit auf die sich hartnäckig haltende Vorstellung, daß die Erde sozusagen in "Quarantäne" gehalten wird, getrennt vom Kontakt mit höheren Mächten. Diese Eingebung, die wir in den Schriften von H.G Wells, C.S. Lewis, Philip K. Dick, Doris Lessing und anderen SF-Autoren finden können, hat dieselbe Einsicht zur Grundlage wie einige von Gurdjieffs Ideen. Die Gnostiker hatten eine ähnliche Vorstellung, die allerdings auf einer noch größeren kosmischen Spanne basierte. Sie sprachen davon, daß es eine "falsche Schöpfung" gäbe - diejenige, in der wir leben -, im Gegensatz zur wirklichen Welt Gottes.

Anthony Blake - Das Intelligente Enneagramm S.139

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Lebensgefahr und gesteigerte Wachheit

Eine Reaktion auf die Leblosigkeit des gewöhnlichen Lebens, auf die Seichtheit des Lebens im Samsara, der Konsensustrance, ist die Suche nach Gefahren. In bestimmten gefährlichen Sportarten zum Beispiel, wie bis an die Grenze Skifahren oder bei Autorennen mußt du. der physischen Welt gewahr sein. Läßt deine Aufmerksamkeit auch nur zwei Zehntelsekunden lang nach, kannst du schon verunglücken oder umkommen. Du bist gezwungen, da zu sein.

In einem ähnlichen Beispiel gaben viele Veteranen des zweiten Weltkriegs später an, daß die Zeit, die sie im Kampf verbrachten, die lebendigste und wirklichste Zeit ihres Lebens war. Die Tatsache, daß Gefahr uns zu größerer Gegenwärtigkeit und damit zu einem Gefühl größerer Vitalität und Lebendigkeit verhelfen kann, macht die Abschaffung des Krieges so schwierig. Unter Schlafenden, wie Gurdjieff uns bezeichnen würde, ist der Krieg eines der wenigen Mittel, das die Menschen sich lebendig fühlen läßt, und deshalb kann er nicht mit rationalen Argumenten beseitigt werden. Aus diesem Grund ist das Lehren von Techniken wie dem Spüren, Schauen und Hören, formaler Sitzmeditation oder Aikido meiner Ansicht nach lebensnotwendig, weil man lebendiger werden kann, ohne sich und alle anderen in tödliche Gefahr zu stürzen und dabei große Zerstörung anzurichten.

Charles Tart - Die Innere Kunst der Achtsamkeit S.59

Gurdjieff war der außergewöhnlichste Mensch

Er war ohne Zweifel das mit Abstand außergewöhnlichste menschliche Wesen, dass ich je getroffen habe. Gurdjieff, genau wie seine Schöpfung Beelzebub, schien nicht nur ein Wesen von einem anderen Planeten sondern auch von einem anderen Sonnensystem zu sein.

Robert de Ropp - Warriors Way S.174

Dienstag, 24. Dezember 2013

Gurdjieffs Techniken zur Achtsamkeit im Alltag

Ich sagte, daß Gurdjieffs Weg in erster Linie eine Sache der Achtsamkeit im täglichen Leben ist. Seine Theorie war, daß das gewöhnliche Leben der Schauplatz ist, an dem du all deine Probleme erzeugst, deshalb ist es auch der Schauplatz, wo wir die Achtsamkeit am nötigsten brauchen und der bestmögliche Ort, sie zu erlernen.

Ich persönlich halte Gurdjieffs Techniken zur Erzielung größerer Achtsamkeit im Alltag für viel praktischer und erfolgreicher als die buddhistischen. In meiner (offensichtlich recht begrenzten) Bekanntschaft mit mehreren buddhistischen Systemen heißt es immer, daß du im gewöhnlichen Leben und nicht nur in der Meditation achtsam sein solltest, aber in der Praxis liegt der Schwerpunkt fast ausschließlich auf formaler Meditation. Wenn überhaupt, gibt es nur sehr wenige praktische Techniken, um die Achtsamkeit in den Alltag zu bringen.

Charles Tart - Die Innere Kunst der Achtsamkeit S.59

die Geheimlehre des Islam ist in Buchara

Mir war nur klar geworden, daß, wenn es in dieser Religion etwas zu entdecken gab, man es nicht, wie allgemein vermutet und behauptet, dort(in Mekka) suchen sollte, sondern in Buchara, wo von Anfang an alle Elemente der Geheimlehre dieser Religion gesammelt worden waren; Buchara war also das eigentliche Zentrum und die Quelle des Islams. 

Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen S.274

Montag, 23. Dezember 2013

er rief mich dazu auf, seiner Mission zu dienen

Du bist der dunkle, Unbewusste, ” schrieb Rilke.

Während meiner ganzen Kindheit in der Schweiz und Deutschland der ersten Jahre des 20sten Jahrhunderts, lebte ich in der Erwartung, eines Tages einen großen Menschen kennenzulernen. Ich stellte mir vor, ihn in exotischen Umständen im Himalaya oder am Fujijama zu treffen. Auf eine Art wartete ich auf jemand Unbekannten. Ich hielt mich von Menschen fern. Ich gierte nicht nach der Welt.

Dann folgte eine Periode in New York City, als meine Kindheitsideale blasser wurden. Danach strebend einen Platz für mich in der Welt zu schaffen, schien zu meiner höchsten Priorität zu werden. Ich hatte zwei Jobs. Ich wurde in das Gesellschaftsleben des glamurösen New York hineingezogen. Nur materieller Besitz schien die Arbeit wert zu sein. Ich wollte mir einen Millionär suchen. Doch die Erwartung eines Tages einen großen Menschen zu treffen verblieb. Die Erfüllung dieser Erwartung ereignete sich nicht dort, wo ich es erträumt hatte, sondern hier in Amerika 1929, wo ich G.I. Gurdjieff traf. Er rief mich dazu auf seiner Mission zu dienen. Ich erkannte ihn als den Großen, den ich erwartet hatte. Und Alles änderte sich.

Louise March´s Einleitung zu "The Gurdjieff Years"

Samstag, 21. Dezember 2013

ein wirklicher Mensch werden

Mensch, der nur gut, oder Mensch, der nur schlecht, ist nicht ganzer Mensch, ist einseitig. Ein drittes ist Bewusstsein. Die Möglichkeit, Bewusstsein zu erwerben, ist schon bei der Geburt im Menschen vorhanden. Diese Möglichkeit wird gratis von der Natur gegeben. Aber ist nur als Möglichkeit. Wirkliches Bewusstsein kann nur erworben werden durch Arbeit, durch Lernen zuerst das Selbst zu verstehen. Sogar deine Religion - westliche Religion - kennt den Satz "Erkenne dich selbst". Dieser Satz ist in allen Religionen äußerst wichtig. Wenn du anfängst, das Selbst durch diese Übung zu kennen, hast du schon die Möglichkeit, ein echter Mensch zu werden. Als erstes musst du lernen dich selbst zu erkennen durch diese Übung, Selbst-Beobachtung. Wenn du das nicht machst, dann du bist wie die Eichel, die nicht zum Baume wird - sondern zu Dünger. Dünger, der zurückgeht in den Boden und zur Möglichkeit für zukünftige Menschen wird.

Fritz Peters - eine Kindheit mit Gurdjieff S.53

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Liebe ohne Grenzen

Was ich als Kind wusste, beginne ich als Erwachsener zu verstehen. Gurdjieff praktizierte Liebe in einer Form, die fast vollkommen unbekannt ist: ohne Begrenzungen.

Fritz Peters - My Journey with a Mysic S.312

Telepathie in Tibet

Gleichviel was die Ursachen sein mögen, gewollte oder unbewusste Gedankenübertragungen scheinen in Tibet nicht eben selten zu sein.

Was mich selbst betrifft, so bin ich sicher Gedankenbotschaften von Lamas erhalten zu haben, mit denen ich in Verbindung gestanden hatte, und vielleicht sind diese Botschaften noch viel zahlreicher gewesen, als ich weiß. Ich habe jedoch nur solche Fälle als beweiskräftig angeführt, bei denen der beteiligte Lama mehrere Tage oder sogar Monate nach der Übertragung sich selbst bei mir nach dem Erfolge erkundigt hat.

Alexandra David Neel  - Magier und Heilige in Tibet S.296

Dienstag, 10. Dezember 2013

Ungleichheit ermöglicht Evolution

Alles in der Natur hat sein Ziel und seinen Zweck, sowohl die Ungleichheit der Menschen als auch ihr Leiden. Beseitigung der Ungleichheit würde Vernichtung der Entwicklungsmöglichkeit bedeuten.

Auf der Suche nach dem Wunderbaren S. 452

http://dervierteweg.blogspot.de/2013/07/gleichheit-existiert-nicht.html

Montag, 9. Dezember 2013

Cantor hatte ein höheres Bewusstsein


Durch das Werk eines der größten mathematischen Genies aller Zeiten, Georg Cantor, können wir uns eine Vorstelllung des Transfinitiven bilden. Cantor hatte ein höheres Bewusstsein. Eine ganze Zeit lang verbrachte er in Irrenhäusern. Er ging aus dieser Welt hinaus. Als er zurückkehrte, befasste er sich mit Mathematik, an die niemand zuvor gedacht hatte und er sah Dinge, die er nicht beschreiben konnte. Er wurde nicht verstanden und kaum etwas wurde aufgezeichnet, was er während seiner über-bewussten Zustände äusserte. Er sah, dass es eine andere Welt gab, wo alles transfinitiv war, aber nicht alles Transfinitive auf die gleiche Weise transfinitiv war.

J.G. Bennett- Creation S.7

Sonntag, 8. Dezember 2013

eine ergiebige Quelle für zukünftige Schriftsteller

Wenn man All und Alles liest, entdeckt man rasch, daß es sich um eine seltsame Art von Allegorie handelt. Das ihm am nächsten stehende Werk wäre meines Erachtens "Tale of a Tub" von Swift. Aber wo steckt der Schlüssel zu dieser Allegorie? Der Verfasser liefert ihn in einem Epilog, in dem er den Menschen als mechanisches Wesen beschreibt, das ohne wahre Freiheit ist, aber trotz allem dank eines speziellen Trainings seine »drei Gehirne« harmonisieren kann, um Initiative und Willenskraft zu erlangen.

Man darf voraussagen, daß All und Alles zunächst wenig Aufsehen erregen, daß man dieses Buch sogar als unverdaulich empfinden wird, daß es sich aber im Laufe der Zeit durchsetzen und eine immer größere Leserschaft beschäftigen, und sich als ergiebige Quelle für zukünftige Schriftsteller erweisen wird.

Gorham Munson - Beelzebub’s Tales in Gurdjieff’s All and Everything

Samstag, 7. Dezember 2013

das Wirkliche hört nie auf zu sein

Der Grabstein von A.R. Orage wurde von seinem engen Freund, dem bekannten Steinmetz Eric Gill bearbeitet. Unter dem Enneagramm sind die Worte von Krischna an Arjuna aus dem 2. Gesang des indischen Bhagavad Gita Epos:

You grieve for those who should not be grieved for.
The wise grieve neither for the living nor the dead.
Never at any time was I not, nor thou, nor these princes of men.
Nor shall we cease to be hereafter.
The unreal has no being.
The real never ceases to be.


Du trauerst um jene, um die nicht getrauert werden sollte.
Die Weisen trauern weder um die Lebenden noch um die Toten.
Nie, zu keiner Zeit war Ich nicht, noch du,
noch die Fürsten der Menschen.
Auch werden wir nicht hiernach vergehen.
Das Unwirkliche hat kein Sein.
Das Wirkliche hört nie auf zu sein.

das Grab von Frank Lloyd Wright

Der Obelisk ähnelt denen am Grab Gurdjieffs!

Freitag, 6. Dezember 2013

Donnerstag, 5. Dezember 2013

die Grabsteine von Olga & Thomas in Princeton

Orage´s Einfluss in New York


Mitglieder von Orage´s New York Gruppe in den 20er Jahern:
Herbert Croly, John O’Hara Cosgrave, Samuel Hoffenstein, Boardman Robinson, Carl Zigrosser,
Muriel Draper, Helen Westley; Mary Johnston, Amos Pinchot, Waldo Frank, Margaret Naumberg, Mabel Dodge Luhan, Jane Heap, Israel Solon, Jean Toomer, Rita Romilly, Edna Kenton, Charles Daly King, Willem Nyland & Ilonka Karasz, Paul & Naomi Anderson, William & Louise Welch, Carol Robinson, Sherman & Ilse Manchester, Lawrence S. Morris, Gorham Munson.

Orage´s Vorlesungen für Schriftsteller besuchten u.a.:
T. S. Matthews, Isa Glenn, Melville Cane, Oakley Johnson, John Riordan, Amos Pinchot, Currie Matthews Cabot, Savington Crampton, Hansell Baugh, Genevieve Taggard, Dorothea Brande, Lawrence S. Morris, Muriel Draper.

das Große Tun & Reines Wissen

Richtiges Verständnis von Symbolen kann nicht zu Meinungsverschiedenheiten führen. Es vertieft das Wissen und kann nicht theoretisch bleiben, weil es das Streben nach wirklichen Ergebnissen, nach der Vereinigung von Wissen und Sein, das heißt nach dem Großen Tun, verstärkt.

Reines Wissen kann nur in Symbolen vermittelt werden; sie verhüllen es wie ein Schleier, der jedoch für jene, die es ersehnen und ihn anzusehen verstehen, durchsichtig wird.

Auf der Suche nach dem Wunderbaren S.418

Mittwoch, 4. Dezember 2013

die Tony von Horn Portraits 1931

es gibt Leute die Kräfte haben und sie mißbrauchen

...man kann sich leicht selbst täuschen. Viele Leute, die Kräfte erlangt haben, mißbrauchen sie im vollen Glauben, Gutes zu tun. Wenn jemand - sagen wir wie Adolf Hitler, der gewiß große Macht über Menschen erlangte - besessen wird durch diese Macht und immer noch denkt, er tue Gutes, und fähig ist, diese Macht im großen Stil auszuüben, dann entsteht etwas sehr Gefährliches und Schreckliches. Ich sage nicht, daß es in diesem Ausmaß oft geschieht, aber es gibt Leute, die Kräfte haben und sie mißbrauchen.

J.G. Bennett - Der Grüne Drache S.79

Montag, 2. Dezember 2013

ein Buch für Esel

Mein Buch für bewusste Menschen zu schreiben wäre einfach, aber es für Esel zu schreiben - ist sehr schwierig.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Wahrnehmungsverzerrungen während der Meditation

Es gibt Erscheinungen – Gesichter, Halluzinationen, täuschende Empfindungen, man nennt sie Makyo, die jeder, der Zen übt, auf bestimmten Stufen des Sitzens erfährt. 

Manchmal bewegt sich der Körper von Seite zu Seite oder vorwärts und rückwärts oder neigt sich zu einer Seite, oder man hat das Gefühl des Sinkens oder des Sicherhebens. Es kommt auch vor, dass man meint, einen besonders wohlriechenden Duft zu riechen. Oder es brechen plötzlich Worte unkontrolliert aus einem heraus. Es gibt sogar Fälle, wo man ohne dessen bewusst zu sein, Dinge niederschreibt, die sich später als prophetische Wahrheiten herausstellen. Sehr häufig sind die visuellen Halluzinationen. Sie üben Zazen mit offenen Augen, und plötzlich fangen die Ecken der Tatami (Matte) an, sich wie Wogen auf- und ab zu bewegen. Oder plötzlich erscheint alles vor ihren Augen weiß oder schwarz. Eine Stelle im Holz der Tür erscheint plötzlich als ein Tier, ein Dämon oder als ein Engel.

 Einer meiner Schüler hatte oft Visionen von Masken, Teufelsmasken oder Narrenmasken. Ein anderer mir bekannter Mann wurde bei seiner Übung durch Erscheinungen Buddhas und seiner Jünger, die um ihn herum schritten und dabei Sutren rezitierten, stark beunruhigt. Ein Schüler hörte immer die Töne einer Bambusflöte, während er Zazen übte.

Es kommt auch vor, dass ein Übender die Fähigkeit entwickelt, durch feste Gegenstände hindurch zu sehen, so als wären sie durchsichtig. Oder er kann seinen eigenen Körper als durchsichtig empfinden. Er sieht Buddhas und Bodhisattvas!

Karlfried Graf Dürckheim – Wunderbare Katze und andere Zen Texte S. 134-138